Design
Weniger ist mehr - Minimalistische Webseiten
07. August 2009 von Mario
Da ich nun schon lange nichts mehr zum Thema Design geschrieben habe, hole ich das hier nach.Webseiten müssen nicht immer mit viel Liebe zum Detail ausgestaltetwerden. Oft erzielt man mit einfachen Mitteln schon eine große Wirkung.
In diesem Artikel möchte ich euch einige sehr minimalistisch gestaltete Webseiten und deren Layoutaufbau vorstellen, denn bei bestimmten Inhalten wirkt eine einfache aber klare Struktur ohne optische Ablenkung einfach besser.
Einleiten möchte ich diesen Artikel gerne mit einer wirklich extremen Webseite.
Das Extrembeispiel

Diese Webseite trägt bereits den Titel minimal Design. Auf der Startseite findet man lediglich eine Navigation in der linken oberen Ecke.
Beim ersten Besuch dieser Seite habe ich die Navigation gar nicht bemerkt. Das liegt wohl daran, dass ich mir angewöhnt habe, die Seite von der Mitte heraus nach außen zu betrachten. Erst nach dem Klick auf zurück ist mir die Navigation aufgefallen.
Einerseits bin ich von der Idee und vom Mut dieses Designers beeindruckt, andererseits kann man als Besucher auch etwas überfordert reagieren und die Seite nicht als solche erkennen. Von der Textmasse und Farbgestaltung her könnte es nämlich auch eine Fehlermeldung oder eine neue Domain sein.
Noch mehr Beispiele



Minimalismus im Web
Alle diese Webseiten zeichnen sich durch besonders wenig Farbe und kaum layoutgestaltende Bilder aus. Oft sind Seiten dieser Art die eigenen Webseiten von Webdesignern oder Newsseiten. Bei Newsseiten ist der Grund offensichtlich. Hier soll nicht vom eigentlichen Inhalt abgelenkt werden. Außerdem bildet der viele Text ein eigenes Layout. So entstehen durch den Textfluss optische Eindrücke von Spalten und Zeilen. Dazu wird oft mit einer Trennlinie zwischen den einzelnen Zeilen gearbeitet die den Blick des Lesers lenken sollen.Bei den Webdesign Portfolios steht auffallend oft die Navigation im Zentrum. Der Überschüssige Whitespace wird gerne mit großen Slogans oder Namen gefüllt. Falls ein Logo vorhanden ist, wird dieses gemäß den Designregeln links oder mittig positioniert.
Diese Anordnung ersetzt einen langen, oft überflüssigen Begrüßungstext. Der Webdesigner will den potentiellen Kunden schließlich nicht langweilen, sondern will auf seine Leistungen und die Referenzen verweisen.
Diese Art der Websitegestaltung wirkt bestimmt auf einige Kunden, gerade wenn diese noch mehr Webdesign Portfolios besucht haben, kreativ und Mutig, da es sie nicht so oft gibt. Allerdings darf das minimalistische Webdesign nicht zum Mainstream werden. Denn dann ist es einfach nur langweilig und ideenlos.
Vorteile
Minimalistische Webseiten bestechen oft durch schnelle Ladezeiten, da wenige bis keine Bilder geladen werden müssen. In Zeiten von DSL 16000 und mehr ist dieses Kriterium zwar kein echter Vorteil mehr, aber gerade die Mobilen Internetzugänge wie iPhone und Blackberry profitieren von den schlanken Websites. Außerdem kann man sich oftmals sogar die Optimierung für die mobilen Geräte sparen.
Der Code kann, abgesehen von den Newsseiten, auch sehr schlank ausfallen und sollte auf jeden Fall valide sein.
Im Internet existiert die Meinung, dass minimalistisches Design immer edel ist. Das ist ebenso falsch, wie die Theorie, dass schwarzes Webdesign immer edel ist. Fakt ist, dass es einfacher ist diese Designs edel wirken zu lassen, da beide Arten von Webdesign viel Whitespace (Platz ohne Text oder Bilder) enthalten. Dadurch wirken die Designs großzügiger und führen den Blick des Betrachters auf den wichtigen Teil der Webseite. Außerdem ist viel weniger Gestaltungsarbeit zu leisten. Darum finden viele überflüssige Effekte nicht den Weg ins Design.
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