Webtechnik

10 Irrtümer zum Thema Webdesign

webdesignfehlerBei meinen täglichen Runden durch das World Wide Web, fallen mir immer wieder große und kleine Webdesign Sünden auf. Die einen sollten eigentlich weithin bekannt sein, die anderen sind weniger gravierend, aber dennoch wissenswert. Oftmals handelt es sich um Anfänger, die es nicht besser wissen. Bei Webdesignagenturen fragt man sich allerdings manchmal, ob da nicht mal wieder eine Weiterbildung gut täte. Ich will nicht behaupten, dass ich fehlerfrei bin. Doch möchte ich in diesem Artikel meine Erfahrungen mit euch teilen, damit ihr die gleichen Fehler nicht erneut macht.



Design Fehler

Grobe Designfehler werden meistens nur von Anfängern gemacht. Ein Fehler ist, die vielen möglichen Farben alle auf einer Webseite zum Einsatz bringen zu wollen. Zum anfänglichen Basteln übertreibt es sicher jeder mit den Farben. Allerdings sollte man sich, wenn es um die Veröffentlichung geht, die Farben gut aufeinander abstimmen. Ich sehe immer wieder, dass mit Rot auf Grün geschrieben wird. Rot ist die Komplementärfarbe zu Grün. Komplementärkontraste stechen immer im Auge und machen Text unleserlich.
Als Empfehlung schlage ich pro Webseite eine Hauptfarbe vor. Diese Farbe kann in verschiedenen Nuancen genutzt werden. Dazu nimmt man maximal 2 weitere Farben, um Akzente zu setzen. Flächen sollten mit diesen Akzentfarben nicht gefüllt werden.
Nähe Informationen zur psychlogischen Wirkung von Farben, bietet der Artikel "Unbewusste Manipulation - Farben und deren Wirkung".
Anstelle von Farben, bieten sich auch verschiedene Schriftarten und Größen an, um Hervorhebungen zu machen. Auch hier gilt: Nicht übertreiben.

Ein weiterer beliebter Irrtum bei Anfängern ist, dass es die Besucher besonders bewegt mögen. So werden an freie Stellen noch einige GIF Animationen ( ClipArts) gesetzt, um keine leeren Stellen zu haben. Leider ist genau das, auch wenn es gut gemeint ist, falsch gedacht. Freie stellen lockern die Seite auf. Zu viel Bewegung verwirrt den Besucher und überfordert ihn schnell.

Oftmals ließt man in Foren, dass das Design der Webseite wichtiger ist, als der der eigentliche Inhalt. Das stimmt so nicht ganz. Das Design schafft den ersten Eindruck, der Text muss diesen Eindruck aber bestätigen oder verstärken. Merkt der Besucher, dass der Inhalt eigentlich nichts sagend ist, wird er die Seite auf direktem Weg wieder verlassen.

Technische Fehler

Bei der Technik kann man mindestens so viele Fehler machen, wie bei der Gestaltung.
Oft wird kein Wert auf gute Meta-Beschreibungen gelegt, oder es werden gar keine Meta-Angaben gemacht. Meine Erfahrung hierzu lautet: Nimmt man sich die 5 Minuten, um diese Angaben ordentlich zu machen, spart man sich an anderer Stelle vielleicht stundenlange Ergänzungen und vermeintliche Optimierungen.

Der nächste Punkt gehört zu einem leidigen Thema, auch auf dem Browsermarkt. In diesem Punk geht es um die Einhaltung von Webstandards. Leider halten sich noch viel zu wenige daran und verfahren nach dem Prinzip: „Sieht doch gut aus, ist also auch gut.“ Leider ist dem oft nicht so. Ich habe auch lange gebraucht, um diesen Punkt einzusehen. Doch wenn man versucht eine Seite mit validem HTML und CSS zu erstellen, merkt man, dass diese Seiten schneller laden, besser bei Suchmaschinen gerankt werden und außerdem oft sogar noch weniger Arbeit machen.
100% valide wird gar nicht verlangt und ist manchmal auch nicht möglich. Aber soweit es geht, sollte die Seite schon den aktuellen Standard entsprechen. Es muss schließlich Richtlinien geben, an denen sich Programmierer orientieren können, wenn sie einen Browser oder eine Webanwendung programmieren.

Die Einbindung von Email Adressen ist ebenso leidig, aber leider notwendig. In jedem Impressum muss eine Email Adresse auftauchen. Schreibt man sie einfach in den Text oder verlinkt sie sogar, muss man nicht lange auf Post warten. Leider wollen die netten Email Absender blaue Pillen oder ähnliches verkaufen und lassen sich nur ganz schwer wieder von dem Mailbombardement abbringen. Darum bindet man Emailadressen mit einem Javascript Code, einem Bild, oder per CSS ein. Eine Anleitung zur CSS Codierung gibts im Beitrag „CSS im Kampf gegen Spam“.

Der größte Irrtum von verschiedenen Homepagebetreibern ist vermutlich, dass die Seite automatisch massenhaft Besucher anzieht. Leider ist es nicht so. Um Besucher zu erhalten, sollte man vor allem zwei Dinge besitzen: Einzigartigkeit und Realismus. Auch ein Webprojekt muss beworben werden und durch Inhalt überzeugen. Nur dann werden die Besucher auch wiederkehren.

Ich höre von vielen Kunden, dass sie unbedingt ein Redaktionssystem (CMS) benötigen. Natürlich liefere ich das gerne mit, nur ob der Kunde es wirklich braucht, ist eine andere Frage.
Redaktionssystem werden vor allem benötigt, wenn der Inhalt der Webseite schnell wechselt. Zum Beispiel bei aktuellen News. Außerdem sind sie sinnvoll, wenn der Kunde seine Inhalte selbst einpflegen möchte.
Treffen diese Punkte nicht zu, reicht eine ganz gewöhnliche Webseite aus.

Allgemeine Irrtümer

Bei einigen Menschen hält sich das hartnäckige Gerücht, dass im Internet keine Langen Texte gelesen werden. Warum sollte das so sein? Auch im Internet muss die Qualität der Information und die Ausführlichkeit gewahrt bleiben. Da aber jeder im Internet seine eigenen Texte ganze leicht veröffentlichen kann, geraten auch sehr uninteressante Schreibstile in den Umlauf. Solche Texte würden auch in einer Zeitung nicht gelesen werden.

Abschließend noch ein Irrtum, der besonders Webdesignern ein Lächeln ins Gesicht zaubert: „Webseiten kann man doch selbst machen!“ Richtig! Das kann man, wenn man es kann. Jedoch gehört zu einer guten Webseite mit gutem Webdesign mehr als nur die Fähigkeit, eine Webbaukasten bedienen zu können. Für Private Zwecke reichen die Webbaukästen durchaus. Ausführliche Infos zu diesem Abschnitt liefert der Artikel „Do it yourself - Webseite selbst erstellen?“

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Kommentare  

 
# T. Hinze 09.09.2010 | 19:50
Netter Beitrag, aber ich glaube die einzelnen Punkte sind nicht in der erforderlichen Tiefe behandelt worden.

\\\\\\\"Designfehler\\\\\\\":
Hier hätte sich ein Link zu einer Seite mit Farberklärungen für\\\\\\\'s Web angeboten. Dieser wäre sogar hier in diesem Blog zu finden gewesen: webszenario.de/.../...
Zwei vergleichende Screenshots wären sicher auch hilfreich.

\\\\\\\"Technische Fehler\\\\\\\":
1. Absatz - letzter Satz: die sonst notwendigen Arbeiten hätte man hier aufführen können. Dem Lesenden erschließt sich sonst nicht, welchen Aufwand er vermeiden könnte.

Zum Punkt Emails:
Die Verschleierung der Emailadresse durch javascript hat auch Schattenseiten, denn Besucher ohne aktiviertem javascript (nicht jeder vertraut den Scripts der eigenen Seite) sehen sie diese nicht. Zudem ist es doch in Wirklichkeit so, dass nicht die Verschleierung das eigene Email-Konto vor SPAM schützt, sondern der SPAM-Schutz des Mailservers. Deshalb ist der Ansatz des Verschleierns plausibel aber eigentlich obsolet.

Entscheidung für ein CMS:
Ja - nicht jeder benötigt ein CMS. Jedoch sind die Entwicklungskosten für eine Webseite auf z.B. Joomla!-Basis nur unwesentlich höher, als für eine statische komplett neu entwickelte Seite. Da stellt sich dem Kunden die Frage: \\\\\\\"Wieso soll ich 15% sparen und dafür kann ich dann nichts selbst an meiner Seite ändern?\\\\\\\"
Ich selbst denke, dass man sich allein schon aus technischer Sicht auf die Script-Sicherheit von Frameworks (z.B. CMS) stützen sollte. Zudem existieren für dieses dann erfahrungsgemäß viele nützliche Erweiterungen, die man für kleines Geld schnell implementieren kann, ohne dem Kunden eine entsprechende eigene Entwicklung aufbürden zu müssen. Den Kunden wird es freuen.

Insgesamt ist es aber gut, dass man dieses Thema immer wieder neu in's Gespräch bringt. Zuviele sehen das Web noch als Spielwiese, auf der man "verbrechen" darf was man will.

Gruß
T.Hinze
 
 
# Mario 09.09.2010 | 19:50
Danke für das ausführliche Kommentar. Den Link zum Beitrag für Farblehre, habe ich nachträglich noch eingefügt. Danke für dne Hinweis.
Ich versuche alle Informationen, die mir bekannt sind, in einen Blogbeitrag zu packen. Allerdings fallen einige Punkte unter den Tisch, da der Artikel sonst zu lang werden würde. Ich gebe dir aber recht, dass man die erforderlichen Arbeiten noch aufführen könnte.

javascript haben die meisten Surfer aktiviert. Ich rate allerdings zu CSS.
Im Kampf gegen Spam ist mir jedes vertretbare Mittel recht. Wenn ich dem Server die Arbeit ersparen kann, tue ich das und schone mein Postfach.

Gruß
Mario
 

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