Webtechnik
Do it yourself - Webseite selbst erstellen?
10. August 2009 von Mario
Meine Webseite hat mein Neffe gemacht! Die erste Webseite ist in den seltensten Fällen von einem professionellen Webdesigner erstellt worden. Jeder hat im Freundeskreis den Computerfreak, der bei Computerproblemen hilft und auch gerne eine Webseite erstellt.Leider ist dieser meistens kein erfahrener oder sogar ein professioneller Webdesigner.
In diesem Artikel beschäftige ich mich mit der Fragestellung, ob es sinnvoll ist, eine Webseite von einem rein hobbymäßigen Webdesigner erstellen zu lassen oder sich sogar als Laie selbst in die Thematik einzulesen.
Einleitung
Zu Beginn dieses Artikels möchte ich erwähnen, dass ich genau diesen Weg, den ich nachfolgend beschreibe gegangen bin. Ich bin erst durch Verwandte und Freunde, die eine Webseite brauchten zum Webdesign gekommen. Leider habe ich keine Screenshots meiner ersten Seiten mehr und kann sie hier nicht zeigen.Es mag sein, dass man als Leser den Eindruck erhalten kann, dass ich diesen Weg schlecht rede, da ich dem Berufsstand der Webdesigner die Stange halte. Das ist nicht so. Ich möchte nur den Personen bei der Entscheidung helfen, die zur Zeit eine Webseite machen lassen wollen und genau in dem Konflikt zwischen professionell machen lassen oder selbst machen stehen.
Genug der Vorrede, jetzt gehts los!
Das Design
Anfänger ohne Kenntnisse aus dem Bereich Bildbearbeitung und Design neigen dazu, die Webseite zu überladen. Diverse Kostenlosangebote von Cliparts und animierten Gifs verführen auch gerade dazu. Jedoch gilt auch in diesem Fall: Weniger ist mehr. Wenn es überall blinkt und glitzert, weiß man wieder nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Blitzt es nur an einer Stelle, hat man den Eyecatcher geschaffen. Bis man diesen "Anfängerstatus" abgelegt hat, können bis zu 2 Jahre intensive Beschäftigung ins Land gehen.Da man als Anfänger, wie soll man es auch anders machen, direkt einfach drauf los arbeitet und diverse Gratisangebote von verschiedenen Dienstleistern (Kontaktformulare, Gästebücher, ...) dankend annimmt, wird das Endergebnis ziemlich bunt und bildet nicht nur designtechnisch keine Einheit.
Benutzerfreundlichkeit
Dieser Punkt ist sicherlich vernachlässigbar, da kein Unternehmer, der besonderen Wert auf Usability legt, einen Hobbywebdesigner beauftragt. Allerdings halte ich die Benutzerfreundlichkeit dennoch für erwähnenswert.Erfahrungsgemäß ist die Menüstruktur und die Aufteilung des Platzes gar nicht so schlecht gewählt, da sich Laien sehr häufig an Webseiten orientieren, die sie selbst gut finden.
Jedoch ist dafür die Barrierefreiheit und Zugänglichkeit fast nie gegeben. In vielen Tutorials wird immer noch mit Tabellenlayouts gearbeitet. Es gibt sogar noch Informationsquellen, die mit Frames arbeiten. Wer von solchen Quellen HTML lernen möchte, lernt zwar die Codesprache an sich, aber keineswegs deren richtigen und eleganten Einsatz.
Technik und Code
Die meisten Hobbywebdesigner werden den Code nicht von Hand schreiben. In diesen Kreisen ist Microsoft FrontPage sehr weit verbreitet, weil es relativ günstig ist und sehr komfortabel zu bedienen ist. Leider sieht die Seite in jedem Browser anders aus und der Code ist alles nur nicht Browser freundlich. Von validem (X)HTML wollen wir hier gar nicht erst reden.Doch auch wenn die Seite ersteinmal steht, hören die Probleme nicht auf. Denn wenn man eine Emailadresse wie in HTML vorgesehen einbindet, kann man sich bald vor Spam nicht mehr retten.
Ein Browser unfreundlicher Code kann nicht suchmaschinenfreundlich sein. So bekommt man viel Spam und wird trotzdem nicht bei Google und Co gefunden.
Im Abschnitt Design habe ich sie bereits erwähnt, die kostenlosen Kontaktformular- und Gästebuchservices. Der Webdesigner freut sich dass es sie gibt, der Betrachter merkt in jedem Fall, dass das Angebot von einer externen Seite kommt. Das zeigt sich häufig durch Werbeinblendungen und Designunterschiede. Auf das Suchmaschinenranking wirkt sich das leider auch negativ aus.
Genug genörgelt - Das Fazit
Wie Eingangs bereits erwähnt, habe ich viel genörgelt. Dennoch rate ich jedem, der sich ernsthaft mit der Erstellung von Webseiten beschäftigen möchte, es einfach zu versuchen. Der Versuch ist nicht strafbar und kostet auch nichts. Allerdings seid bitte so fair und schätzt euer Können richtig ein. Lest euch viel Wissen an, schaut auf das Datum wann das Tutorial erstellt wurde und überlegt euch selbst, welcher Sinn hinter welchem Schritt steckt. Befasst euch ebenso mit Bildbearbeitung, Gestaltung und Ästhetik. Keine seriöse Webseite ist mit blinkenden Gifs belastet. Nehmt euch Beispiele an den Großen und programmiert auch mal "zu Fuß". Selbst der Schreiner nutzt nicht nur die großen Maschinen. Ab und zu muss auch mal die Feile ran.Für die private Website deren Zielgruppe Freunde und Verwandte sind, ist es absolut ausreichend diese selbst zu erstellen. Allerdings sollte man, sobald es den privaten Rahmen verlässt, einen sehr erfahrenen und am besten professionellen Webdesigner engagieren und bezahlen. Die Investition lohnt sich in jedem Fall.
Eine Statistik besagt, dass nahezu jede kleinere Webseite zuerst von dem Computerfreak aus dem Bekanntenkreis erstellt wird. Erst wenn der erwartete Erfolg ausbleibt, sind die Eigentümer auch bereit in den Geldbeutel zu greifen.
Ich halte das für einen schönen Abschluss dieses Artikels. Hier bleibt für jeden Raum zum Leben. Der Computerfreak hat seine Anerkennung und danach verdient der Webmaster des Vertrauens sein Geld damit und glänzt um so mehr.
Danke fürs Lesen dieses Beitrags. Ich würde mich besonders freuen, wenn du zu meinen Followern auf Twitter stoßen würdest oder mir ein Kommentar hinterlässt.
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